Musha Shugyô

Wir lesen bei Wikipedia (Eine Quelle, die nicht wirklich als seriös einzustufen ist)

„武者修行, Musha shugyō ist ein Ausdruck für eine Art von Wallfahrt der Samurai-Krieger in Japan. Das Konzept ähnelt der fahrenden Ritterschaft im feudalen Europa. Der Krieger – in diesem Fall Shugyōsha genannt – zieht durch das Land mit dem Bestreben, die eigenen Fähigkeiten und Künste (zumeist in den Schwertkünsten) zu verbessern. Herrenlose Samurai (Rōnin) versuchten teilweise auch, eine permanente Anstellung bei einem Fürsten (Daimyō) zu erlangen, indem die bei wichtigen Personen Eindruck machten oder einfach ihren Bekanntheitsgrad steigerten. Mögliche Tätigkeiten während dieser Zeit beinhalten das Trainieren bei anderen Schulen, Duelle, Personenschutz- und Söldneraufgaben. „

Soweit kann man das eigentlich stehen lassen. Ist gar keine so schlechte Erklärung. (Vielleicht schreibe ich später noch etwas dazu).

Ich will auf etwas ganz anderes hinaus.

Wann haben Sie sich zuletzt in ein Abenteuer gestürzt? Überhaupt schon mal? Ist Ihr Training für Sie Abenteuer, ist es Intensiv.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin ja nach wie vor ein Verfechter von Kihon. Aber wie trainieren Sie dies. Schlottern Ihnen manchmal die Knie vor Angst, dass Sie einen Bocken auf den Kopf kriegen könnten? Schaukeln Sie und ihr Uke sich beim üben der Kihon kata so weit auf, dass es im „Blutrauch“ in einem wilden Bodenkampf endet?

Spannen wir den Bogen etwas weiter. Wie sieht es im Alltag aus. Gehen Sie Risiken im Beruf ein, gehen Sie auf Reisen. Erleben Sie was?

Reisen bildet. Hindernisse überwinden prägt und lässt einen wachsen. Trainieren Sie auch so?

Meine Frau ist gerade 2 Wochen mit dem Fahrrad durch Litauen gefahren, einfach weil sie Lust dazu hatte. Ich bewundere sie dafür.

Ich möchte gerne mit meinem Kajak nächstes Jahr von Flensburg an der Küste entlang nach Dänemark segeln und Paddeln (übrigens, wer eine alte Klepper oder Pouch Segelanlage zu verkaufen hat bitte melden :-). Das is auch Training, dass ist Leben.

Wann haben Sie zuletzt draußen trainiert, im Regen, im Schnee? Wann wahren sie im Urlaub mal abseits von den ausgetretenen Touristenpfaden unterwegs?

Der Mensch ist geprägt durch seine Erfahrungen.

Wie viele Erfahrungen hat (einen fiktiver) Bauamtsbeamter (Nichts gegen Bauamtsbeamte, aber ich stelle mir das als den langweiligsten Beruf der Welt vor, vielleicht noch getoppt von Finanzbeamten) sammeln können.

Er fährt jedes Jahr nach Mallorca (Vollpension, Touristenort versteht sich), er führt ein Mittelstandsleben , ohne gravierende Probleme, alle vier Jahre ein neues Auto, er hat 2 Kinder und Hund. Seit 30 Jahren geht er zum Training 2-mal die Woche. Dort trifft er jedes Mal die gleichen Leute. Das Training läuft jedes Mal gleich ab. Wenn Fußball im Fernsehen kommt bleibt er auch mal vom Training fern. Verstehen Sie mich nicht falsch. Das ist kein schlechtes Leben. (Außerdem wahrscheinlich nur ein Klischee) Aber irgendwie lauwarm. Ohne Auf und Ab.

Er hat im Laufe der Zeit den 4. 5. 6. Dan gemacht. Eigentlich mehr weil er da war als aus anderen Gründen.

Hat er nun mehr Erfahrung als ein Mensch der halb so alt ist, aber vielleicht schon einige Widrigkeiten hinter sich hat, der auf der Matte, in Fluren und auf Booten auf dem Fußboden übernachtet hat um am Training in anderen Dojo teilnehmen zu können , oder um sich ein fremdes Land ansehen zu können. Der 5-mal oder öfter in der Woche auf der Matte steht, auch mal wenn er krank ist oder einfach down?

(Der Text ist ausdrücklich nur teilweise autobiografisch und Ähnlichkeiten mit existierenden Personen sind rein zufällig.!)

Einige scheinen davon überzeugt (oder von sich überzeugt?!) Das Ersterer rein aufgrund seines Lebensalters mehr Erfahrung hat und der größere „Meister“ ist.

Ein Zitat, ich weis leider nicht mehr woher: „Alter macht nicht weise, sondern nur alt.“

Es sind doch aber die Erfahrungen, die wir gemacht haben, egal in wie vielen Jahren, die uns wachsen lassen. Wie  intensiv und vielfältig diese Erfahrungen sind, darauf kommt es an.

Diese Erfahrungen im Training und  im Leben im und außerhalb des Dojo, dass ist Musha Shugyô.

Viele Grüße

Tim

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