Diese Weisheit gilt wohl schon seit die Menschen angefangen haben sich mit irgendwas zu bedecken.
Im Training des  Kampfsportes insgesamt trägt man heute meist ein Dôgi 道着 bestehend aus einer Jacke Uwagi 上着, einer Hose Zubon, zusammengehalten wird das ganze mit einem Gürtel Obi 帯.

Uwagi, zubon und obi

Diese Kleidung ist durchaus praktisch, da sie aufgrund ihrer Schlichtheit und Robustheit lange hält und leicht zu reinigen ist.

Aber nichts davon ist traditionell.
Der Dogi in seiner heutigen Form wurde von Kano Jigoro (1860 – 1936), dem Begründer des Judo entwickelt. Auch das Dan-I System mit den Graduierung der farbigen Gürtel geht auf ihn zurück (dazu mehr in einem späteren Artikel). Kano lebte allerdings den Großteil seines Lebens nach der Samuraizeit und sein Judo ist zwar ein direkter Nachkomme einiger Koryû aber doch eindeutig Gendai, also eine moderne Form.

Was aber trugen die Krieger tatsächlich zum Training?
Die Mode variierte natürlich im Laufe der Zeit, es gab rangabhängige Unterschiede in Schnitt, Material und Qualität, auch lasse ich die sehr förmlichen Kleidungsstücke, welche z.B. bei Hofe getragen wurden hier weg. Festzuhalten bleibt aber:
Nichts sah so aus wie die oben genannte heutige Trainingskleidung.

Die japanischen Krieger trugen zumindest im Edo-Zeitalter „im Dienst“ z.B. das Kamishimo 裃 genannte formelle Gewand zusammen mit einem Kosode Kimono und Hakama. Heute wird diese Art Kleidung z.B. noch von den Schiedsrichtern im Sumo getragen.

kamishimo

Im privaten Bereich früher und heute noch zu formellen Anlässen (z.B.Hochzeit) wurde Kimono und Hakama getragen, oft ergänzt durch den Haori, eine Art Jacket. Kimono und Hakama ist somit auch die Kleidung in der am häufigsten trainiert wurde. Der Haori wurde aus praktischen Erwägungen sicher oft abgelegt auch trug man im Nahkampftraining bestimmt nicht den neuesten Kimono und Hakama und auch nicht umbedingt den aus bester Seide. Aber man trug die Alltagskleidung der jeweiligen Zeit.

Kimono, Hakama und Haori

Heute sieht man zumindest in den waffenlastigen Stilrichtungen immer noch Kimono und Hakama. In den Ryu mit viel waffenlosen Techniken wird der Kimono heute oft aus praktischen Erwägungen heraus mit dem Dogi getauscht und zum Hakama getragen. Ein Dogi, zumal aus Massenanfertigung ist halt einfach günstiger und hält mehr aus.

Shigeyoshi sensei und Kato sensei in Kimono und Hakama

Wofür manche Menschen jedoch sowas anziehen, vielleicht noch mit einem Goldenen Gürtel mit rosa Punkten (Ja, auch sowas gibt es!) bleibt mir ein Rätsel.

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